Auto kaufen – privat oder vom Händler?

A young man holding car keys.

Du möchtest dir ein Auto kaufen, und da dein Budget nicht allzu groß ist, soll es ein Gebrauchtwagen sein. Doch bei wem bekommst du das beste Angebot – beim Händler oder beim Privatverkäufer?

Laut Kraftfahrt-Bundesamt wechselten 2015 in Deutschland 7,33 Millionen Gebrauchtwagen den Besitzer. 39 Prozent der Käufe wurden unter Privatpersonen abgewickelt und 19 Prozent liefen über markenunabhängige Gebrauchtwagenhändler. Allerdings brachten 42 Prozent der Kunden ihr Vertrauen dem Vertragshändler entgegen, da dieser doch einige Vorteile bietet.

Abgesichert beim Händler
Händler achten auf einen technisch einwandfreien Zustand des Fahrzeugs. Der Grund: Sie sind gesetzlich verpflichtet, eine sogenannte Sachmängelhaftung zu geben. Schäden, die bereits zum Kaufzeitpunkt vorlagen, muss der Händler in den ersten zwölf Monaten reparieren. Die Beweispflicht liegt in den ersten sechs Monaten beim Verkäufer, danach beim Käufer. Darüber hinaus bieten viele Händler eine Gebrauchtwagengarantie an. Oft ist eine solche Garantie in den Verkaufspreis einbezogen, umfasst aber nicht zwangsläufig alle anfallenden Reparaturkosten. So sind Verschleißteile davon ausgenommen. Lies dir die Garantiebedingungen vor dem Kauf aufmerksam durch, denn darin können auch Pflichten an dich als Käufer wie regelmäßige Inspektionstermine festgehalten sein.

Beim Privatmann im Schnitt günstiger, aber ohne Garantie
Interessant ist ein Blick in die Statistik: Die privat verkauften Autos waren im Schnitt 8,2 Jahre alt, hatten 93.170 Kilometer auf dem Tacho und kosteten 6.990 Euro. Vergleichbare Händlerwagen waren in etwa acht Prozent teurer. Gerade für den kleineren Geldbeutel sind diese Einsparaussichten sehr verlockend.
Im Gegensatz zum Händler bietet der Privatverkäufer allerdings keinerlei Gewährleistungen oder Garantien an. Muss er auch nicht. Du trägst also das komplette Risiko. Zur Absicherung kannst du mit dem Verkäufer jedoch einen Fahrzeugcheck auf eigene Kosten in einer Prüfwerkstatt, zum Beispiel von ADAC oder DEKRA, bei einem Gutachter vereinbaren.

Vier Augen sehen mehr
Gerade beim Autokauf solltest du dich nicht von deinen Emotionen leiten lassen – schließlich geht es um eine ganze Menge Geld. Ein objektiver Begleiter kann dir möglicherweise helfen, versteckte Mängel oder verschleierte Täuschungsversuche, wie oft befürchtete manipulierte Tachostände, zu entlarven.

Nützliche Helfer
Bereite dich gut vor, bevor du den Kaufvertrag unterschreibst. Praktisch ist beispielsweise die Gebrauchtwagenkauf-Checkliste des ADAC. Die verschiedensten Online-Plattformen aus dem Autosegment unterstützen dich mit weiteren Listen oder auch Apps. Unternehmen wie PelopsCar aus Karlsruhe oder Onkel Wolle aus Duisburg bieten die Vermittlung erfahrener Kfz-Mechaniker als Kaufbegleitung an.

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Kommentare


Jan Dijkstra schreibt am 25.04.2018 um 09:15 Uhr:

Für mich ist die Preise für ein Auto sehr wichtig, doch will ich lieber nicht auf die Garantie verzichten. Ich finde die Idee um einen objektiven Begleiter mit zu nehmen sehr gut. Das habe ich bei meinem letzen Kauf beim Autohaus auch gemacht. Mein Onkel hat mir sehr gut geholfen und ich habe auch ein gutes Angebot bekommen.


andreas stecker schreibt am 18.12.2017 um 17:58 Uhr:

Das macht Sinn, dass Schäden repariert werden müssen, bevor das Auto verkauft wird. Dann kann man vertrauen, dass man ein gutes Auto gekauft hat.


Lisa schreibt am 08.08.2016 um 08:39 Uhr:

Das ist ein sehr informativer Beitrag zum Thema Autokauf. Wenn es um den Kauf von Gebrauchtwagen geht, würde ich dann doch eher das Vertrauen in Autohäuser stecken. Diese sind nämlich gesetzlich dazu Verpflichtet eine Sachmängelhaftung zu geben.