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Gold ist kein Allheilmittel – Ein Interview mit Deka-Volkswirtin Dr. Gabriele Widmann

Gold ist kein Allheilmittel – Ein Interview mit Deka-Volkswirtin Dr. Gabriele Widmann

 

Gold ist kein Allheilmittel

Der Goldpreis hat einen neuen Rekordwert erreicht. Wir fragen die Deka-Volkswirtin und Rohstoffexpertin Dr. Gabriele Widmann zur Bedeutung von Gold als Anlageklasse.

Macht es beim jetzigen Rekordhoch Sinn, sein Geld in Gold anzulegen?
Aktuell ist in der Tat das Risiko groß, dass der Goldpreis auch wieder fällt. Er wird an Märkten gehandelt. Gerade große Finanzanleger beeinflussen ihn über umfangreiche Käufe bzw. Verkäufe physisch hinterlegter Goldfonds. D. h. der Goldpreis schwankt durchaus kräftig. Man muss also jederzeit mit Verlusten rechnen, die unter Umständen für lange Zeit nicht wieder aufgeholt werden. Wer seine Goldmünzen und Barren zuhause lagert, trägt zudem das Risiko eines Diebstahls.

Kommt Gold als Krisen- und Inflationsschutz in Frage?
In US-Dollar gerechnet hat Gold seit Anfang des 20. Jahrhunderts, also in den vergangenen knapp 120 Jahren, pro Jahr im Durchschnitt knapp vier Prozent an Wert gewonnen. Damit dürfte die Inflation in diesem Zeitraum in etwa ausgeglichen worden sein. Ob man allerdings in den aktuellen Zeiten, in denen es kaum Inflation gibt und alles für weiterhin niedrige Inflationsraten spricht, überhaupt einen Inflationsschutz braucht, sei mal dahingestellt. Beim Krisenschutz ist die Analyse deutlich schwieriger. Nicht in allen Krisenphasen ist der Goldpreis gestiegen. Man denke nur an die Anfangszeit der globalen Finanzkrise im Herbst 2008 oder an die Spätphase der europäischen Staatsschuldenkrise. In diesen Zeiten ist der Goldpreis sogar gesunken.

Welche Rolle sollte Gold bei der Geldanlage spielen?
Da der Goldpreis oft einen anderen Verlauf nimmt als die Kurse von Aktien oder Anleihen, kann die Goldinvestition die Gesamtschwankungen des Portfolios verringern. Es ist also ein Element der Diversifikation. Ich persönlich halte einen Anteil von etwa 5 bis maximal 10 Prozent für sinnvoll. Gold ist kein Allheilmittel, und volkswirtschaftlich betrachtet schafft Gold keinerlei Nutzen. Wenn ich Gold kaufe, schaffe ich damit keine Arbeitsplätze, keine Produktionsmöglichkeiten, ich leihe keinem Investor Geld, der damit Schulen und Straßen baut oder neuen Wohnraum schafft. Insofern fühle ich mich sehr wohl mit meinem breit gestreuten Portfolio, in dem ein hoher Aktienanteil und nur ein winziger Goldanteil enthalten ist.

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